Mikhail  Stepanov (Dr. phil.) St. Petersburg/Russland

NATUR IST HIER

 Natur <Subjekt> Objekt, Mensch <Gott> Maschine.

 

- Der Ausgangspunkt müsste immer im Himmel sein? Im Himmel unserer Phantasie oder in unserer Phantasie Himmel?

 

- Diese Zeit ist schon vorbeigegangen.

 

Die Natur ist von den Medien durchdrungen. Medien sind überall: sie sind die Maschinen, die alle Himmel künstlerischer Arbeit beeinflussen.

 

- Die Natur ist eine Maschine?

 

- Ja, stimmt!

 

- Was für eine Maschine?

 

- Die Maschine, die sich selbst programmiert und erschafft. Die Maschine ist kein dummes Gerät, das wie ein Werkzeug funktioniert, sondern es ist die Maschine (von Gilles Deleuze und Felix Guattari und ihrem Begriff der Wunschmaschine) mit der mannigfaltige Vorgänge bezeichnet werden. Der Mensch ist kein Subjekt ohne Objekt. Und Natur existiert nicht ohne Kultur. Diese Relationen reverberieren Temporalität. Heute ist die  Natur ein  Teil von  Kultur - Tourismus und Industrialisierung, Geschichte und Zukunft, wieder und wieder sich verändernd durch Medien/in Medien (durch  die   Medien   als Maschinen der   Abstraktionen  und  in  den  Medien   als Massenmedien).

 

Die Natur/die Kultur ist die Welt, die immer in den Prozess der Entwicklung  und der Wahrnehmung fließt. Die Welt geht zu Grunde, sie  zerstört sich selbst. Aber das ist nicht  durch den  negativen Mangel  gekommen, sondern durch den positiven Wunsch und der Freude zur Zeit, die Leben entstehen lässt.

 

Die Maschine ist: was/wie verschiedene Elemente - Sachen, Leute, Situationen - die sich in Natur/Kultur sammeln, wie die verschiedenen Praktiken mit Milieus und das Verständnis von Milieus charakterisiert ist. Mit der Verschiebung der Grenzen zwischen den Disziplinen in der medialen Kultur, der Kunst, die sich mit der Natur engagiert, werden auch Verbindungen mit einer neuen Reihe von wissenschaftlichen, ökonomischen, historischen und zu philosophischen Ideen geschaffen.

 

Die Entwicklung von Technologien, unsere Eingriffe in natürliche Systeme - zunehmend raffiniert und tiefgründig. Fortschritte in der Biologischen- und Telekommunikationstechnik  ändern   kontinuierlich, wie  wir uns präsentieren. So transformieren sich auch ständig künstlerische Darstellungen der Natur (Menschen und Milieu).

 

An die Stelle des  Anthropozentrismus (die klassischen   Subjekttheorien) tritt der Posthumanismus,  sodass  Produktion,  Bewegungen,   Ströme  von    Kooperation und Kommunikation, die Beziehungen zwischen Körpern, Dingen und Situationen von Praktiken und Gegenständen entstehen.

 

„Es funktioniert überall, bald rastlos, dann wieder mit Unterbrechungen… Überall sind es Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes: Maschinen von Maschinen, mit ihren Kupplungen und Schaltungen. Angeschlossen eine Organmaschine an eine Quellmaschine: Der Strom, von dieser hervorgebracht, wird von jener unterbrochen.“[D&G]

 

 

Vor Invention

 

Dieser Text ist eine Untersuchung der  Grundlage von unterschiedlichem Verständnis der  Natur  in  der Medienkultur des technologischen Abfalls, in   der   heutigen ökologischen Krise. Darüber hinaus über Invention der Natur in der künstlerischen Arbeit und im alltägliche Leben, statt der Denaturierung der Umgebung. Es ist keine Kritik, sondern eine Idee für die zeitgenössische künstlerische Praxis, diese Idee als Do-It-Yourself Kultur zu erweitern.

 

Unsere Auseinandersetzung mit der Natur ermöglicht die Entwicklung von Praktiken und Vorschlägen zu neuen ökologischen Formen der Steuerung und neuen Projekten, die in Beziehung  treten   zu   den  feinsten  und   kleinsten Bauteilen des Lebens und gleichermaßen die große Erscheinung der Welt betreffen. Es wird alles zur Maschine: das Begehren, die Gesellschaft, die Sprache, der Körper, das Leben, die Wirtschaft, die Literatur, die Malerei, die Phantasie u.a. „Die Wunschmaschinen stecken nicht in unserem  Kopf,  sind  keine   Produkte  der  Einbildung, sondern existieren  in den technischen und gesellschaftlichen Maschinen selbst.“[D&G]

 

Endlich,  eine  Auswahl  künstlerischer Arbeiten   auf   verschiedenen theoretischen Grundlagen basierend und in dieser Ausstellung [Far Afield] einander gegenübergestellt, bietet einen   Überblick  über   die   vielseitigen   und mannigfaltigen Quellen, der zeitgenössischen Kunst, der Untersuchung der Natur.

 

 

 

 

Ausstellungsansicht / Installation im Aussenraum zu "Far afield" 2012 / Weitenhagen